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Oekumenischer Ratschlag

Samstag, 07. März 2020 in Frankfurt

Zur Rolle der Oekumene für eine nachhaltige Entwicklung

Pressemitteilung

Initiativgruppen bereiten sich auf die ökumenischen Großereignisse 2021 vor.

In Frankfurt steht der Oekumenische Kirchentag an mit über 100.000 Teilnehmenden, in Karlsruhe die Vollversammlung des Weltkirchenrats mit über 2000 Teilnehmenden.

Mit der Rolle der ökumenischen Bewegung für eine zukunftsfähige Entwicklung mit Blick auf Gerechtigkeit, Frieden und Schöpfungsbewahrung und die Agenda 2030 befasste sich der bundesweite Oekumenische Ratschlag am 7. März 2020 in Räumen der Frankfurter Hoffnungsgemeinde.

Zu den Themen referierten OKR Dr. Marc Witzenbacher für das OeRK-Vollversammlungsbüro und Frau Jana Rottmann vom Ökumenischen Kirchentag.

Die Initiativen halten die Einbeziehung des kritischen Engagements von Basisgruppen beim Oekumenischen Kirchentag 2021 und der Vollversammlung des OeRK 2021 für unerlässlich.

In den Basisgruppen wird der Vorschlag für eine ökumenische Dekade für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung von 2021 bis 2030 unterstützt. Sie sollte nicht nur auf zwei Dimensionen - etwa Klimagerechtigkeit - beschränkt sein, sondern die untrennbar verknüpften drei Dimensionen Gerechtigkeit, Frieden, Schöpfung wiedergeben.

Sie sind in den Kirchen als Gemeinsamkeit gut verankert. Sie sind leicht vermittelbar. Das ist für eine weltweite Lernbewegung wichtig. Und sie umfassen die Felder der 17 UNO-Entwicklungsziele in der Agenda 2030.

Der in der ökumenischen Bewegung zuerst formulierte Zusammenhang fand auf der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung seinen Niederschlag. Die Schlusserklärung endete: „Frieden, Entwicklung und Umweltschutz hängen voneinander ab.” (Rio 1992) Papst Franziskus bekräftigte: „Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind drei absolut miteinander verbundene Themen, die nicht getrennt und einzeln behandelt werden können, ohne erneut in Reduktionismus zu verfallen.“ (Enzyklika Laudato Sí 2015, Ziffer 92)

Besonderes Anliegen ist für die Initiativen die Analyse des Zusammenhang und der umfassenden Wirkung der gegenwärtigen Wirtschafts- und Lebensweise. Deren Wurzeln liegen, so der Weltkirchenrat 2012, in Habgier und Ungerech¬tigkeit, dem Streben nach schnellem Profit, ungerechten Privilegien und kurzfristigen Vorteilen auf Kosten langfristiger und nachhaltiger Ziele.( Weltkirchenrat 2012 ) Den Initiativen genügen Reformen des strukturell zerstörerischen globalen ökonomischen Systems nicht. Sie verlangen eine umfassende Neuorientierung von Wachstum und Wachstum und Profit hin auf eine das Gemeinwohl und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellenden Ökonomie. Darauf können Gemeinden, Gruppen und Kirchen hinarbeiten. Von Seiten der Basisinitiativen bringt etwa die Akademie für eine solidarische Ökonomie konkrete Vorschläge und Lernmaterialien ein. Die kommunale Ökumene in Berlin Treptow-Köpenick hat eigene konkrete Arbeit auf Stadtebene aufgebaut.

Der Zeitpunkt des Ratschlags markiert ein Jubiläum: Vor genau 30 Jahren, im März 1990 fand die für die Weltchristenheit repräsentative Oekumenische Weltversammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung statt mit ihren zehn Grundüberzeugungen. Sie machen die Einheit der christlichen Kirchen deutlich. Diese Grundüberzeugungen wurden in einer Ausstellung in Frankfurt präsentiert.
Der Oekumenische Ratschlag wurde gefördert vom Evangelischen Entwicklungsdienst, Misereor und den Landeskirchen in Rheinland, Westfalen, Baden und Württemberg.

Der Oekumenische Ratschlag dient als regelmäßiges Beratungstreffen für das Oekumenische Netz in Deutschland, in dem zahlreiche Basisinitiativen, Netzwerke und think tanks zusammenwirken. Eine juristische Plattform bietet die Stiftung Oekumene.
Kontaktadresse: Stiftung Oekumene c/o Ulrich Schmitthenner, Lindenspürstraße 30 in 70176 Stuttgart (e-mail: ECUNET@t-online.de)
Ansprechpartner für das OeNiD ist die Geschäftsstelle der Kommunalen Oekumene Treptow – Köpenick, c/o Dr. Klaus Wazlawik, Rudower Straße 23, 12557 Berlin Telefon: 030 - 46 73 45 94 mail:


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Bisherige Oekumenische Ratschläge seit 2014:

Oekumenische Versammlung 2014 vom 30. April bis 4. Mai in Mainz: „Die Zukunft, die wir meinen – Leben statt Zerstörung. Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“.

Oekumenischer Ratschlag Sommer 2015 am 6. und 7. Juni in Stuttgart: „Die Schuldenkrise – eine Krise des Kapitalismus“

Oekumenischer Ratschlag Frühjahr 2016 am 30. April in Frankfurt: „Spiritualität als wichtiger Baustein der großen Transformation“

Oekumenischer Ratschlag Herbst 2016 am 9. Oktober in Nürnberg: „Konziliarer Prozess für Gerechtigkeit. Frieden und Bewahrung der Schöpfung und die UNO-Ziele zu Nachhaltiger Entwicklung“

Oekumenischer Ratschlag Frühjahr 2017 am 27. Mai in Berlin: „Sind wir noch zu retten? Die planetarische Krise und die UN-Nachhaltigkeitsziele“

Oekumenischer Ratschlag Herbst 2017 am 8. Oktober in Mannheim: „Eine neue Reformation ist notwendig“

Oekumenischer Ratschlag Frühjahr 2018 am 14. April in Frankfurt: „Für eine Wirtschaft, die dem Leben dient – Ausbrechen aus den strukturellen Gewalttätigkeiten der Ökonomie“ .

Oekumenischer Ratschlag Herbst 2018 am Freitag 09. / Samstag 10. November 2018 in Minden: "35 Jahre Konziliarer Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung" - "Grüne Reformation und Ökologische Theologie"

Oekumenischer Ratschlag Sommer 2019 am 22. Juni 2019 in Dortmund: "Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen als Herausforderung an die Kirchen - für eine ökumenische Qualifizierung der SDGs"

Oekumenischer Ratschlag Frühjahr 2020 am 07. März 2020 in Frankfurt: "Zur Rolle der Oekumene für eine nachhaltige Entwicklung"


Die Ergebnisse der zurückliegenden Oekumenischen Ratschläge seit der Oekumenischen Versammlung 2014 in Mainz sind hier nachlesbar: